Tag der Geschwister (10. April): „Löwenbande“ in der Bochumer Kinderhospizarbeit eine zentrale Säule
Wenn sie mit der Löwenbande unterwegs sind, stehen sie im Mittelpunkt: die Geschwister von schwerstkranken Kindern. In der Geschwistergruppe der Deutschen Kinderhospiz Dienste in Bochum können die zeitweise bis zu zehn Jungen und Mädchen regelmäßig für ein paar Stunden hinter sich lassen und ausblenden, was sonst auch ihren Alltag mitbestimmt. Zum bundesweiten Tag der Geschwister (10. April) machen die Deutschen Kinderhospiz Dienste darauf aufmerksam, wie wichtig die Geschwistergruppen-Arbeit in der ambulanten Kinder- und Jugendhospizarbeit ist.
Durch ihr herausragendes Konzept, das von Erlebnispädagogik geprägt ist, ist auch die Geschwistergruppe der Deutschen Kinderhospiz Dienste in Bochum stetig gewachsen. Auch der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Bochum begrüßt regelmäßig – meist einmal im Monat – Geschwisterkinder zu Ausflügen, Veranstaltungen oder Aktionen. In der Löwenbande finden die Kinder und Jugendlichen bei den Treffen immer wieder Raum und Zeit, sie selbst sein zu können und die Aufmerksamkeit für einen Tag, für Stunden, für wertvolle Momente auf sich zu wissen. Denn in ihrem Alltag sind die Mädchen und Jungen häufig gezwungen, Rücksicht zu nehmen auf ihre schwerstkranken Brüder und Schwestern, die viel Aufmerksamkeit benötigen, vor allem die der Eltern. Immer wieder erleben Andrea Eickholt, die die Geschwistergruppentreffen koordiniert, und die begleitenden Ehrenamtlichen, dass es ein großes Bedürfnis der Geschwisterkinder ist, sich in der Löwenbande einfach fallen lassen und genießen zu können – einfach ,normal‘ sein zu dürfen und Dinge zu tun und zu lassen, die andere in ihrem Alter auch tun.
Diejenigen, die die Geschwistergruppe regelmäßig begleiten, stärken die Kinder und Jugendlichen in ihrer aktuellen, persönlichen Situation, nehmen sich vor allem Zeit für sie und lassen sie mit ihren Sorgen nicht alleine. „Es ist ganz wichtig, dass sie hier bei uns in der Löwenbande andere Kinder und Jugendliche kennenlernen, denen es genauso geht wie ihnen – die eben auch einen kranken Bruder oder eine kranke Schwester haben und die wissen, was das bedeutet“, sagt Andrea Eickholt.
Das besondere Geschwistergruppen-Konzept der Deutschen Kinderhospiz Dienste in Bochum fußt unter anderem auf Partizipation. Bedeutet: Die Kinder und Jugendlichen, die zur Löwenbande kommen, können mitbestimmen, welche Aktivitäten für das jeweilige Jahr geplant werden, wo und wie Ausflüge stattfinden. Jeder und jede für sich entscheidet außerdem, was preisgegeben werden möchte, mit wem man sich austauschen und wem man sich öffnen möchte.
Allen Haupt- und Ehrenamtlichen, die an den Geschwistertreffen in der Vorbereitung oder bei der Aktion selber beteiligt sind, ist es ein großes Anliegen, die betroffenen Familien am Tag der Veranstaltungen und Treffen größtmöglich zu entlasten. Dazu gehört unter anderem, dass den Eltern an den Aktionstagen der Löwenbande keine Umstände bereitet werden sollen. Deshalb sorgen Andrea Eickholt und die Ehrenamtlichen dafür, dass ausnahmslos alle Kinder und Jugendlichen abgeholt und zurück nach Hause gebracht werden.
Ein Ausflug in die Soccerhalle, zum Bogenschießen beim Dortmunder Verein Erlebt was sowie zum Indoor-Klettern am Ketteler Hof haben die Bochumer Löwenbanden-Geschwister in diesem Jahr schon erlebt. Bis zu den Sommerferien sind außerdem noch ein Ausflug zum Erlebnisbauernhof KiSo in Dortmund sowie erneut zum Ketteler Hof – dann bei hoffentlich gutem Wetter auf dem Außengelände – geplant.

Ab nach draußen: Am Wittener Hohenstein war die Löwenbande auch schon unterwegs. Auch hier wurden die Geschwisterkinder von Ehrenamtlichen begleitet. Fotos: Deutsche Kinderhospiz Dienste Dortmund e.V. / Stephan Schütze


